Bechstein Flügel

Zustand: neu, Standort: Lollar
Baujahr 1905, Bautiefe 225cm
225 Klassik, Restauriert
Glossar: Klaviere & Flügel

Abziehen
Abschleifen der obersten Filzschicht der Hämmer, wenn diese nach längerem Gebrauch hart gespielt ist (erkennbar an tiefen Rillen, die die Saiten in den Filz geschlagen haben und am zunehmend metallischeren und ungleichmäßigen Klang).

Achsen
sind im Klavierbau ein simpler, aber sehr präzise gefertigter Draht. Ihre Anzahl kann in einem Spielwerk mehr als 600 Stück betragen.

Agraffen
sind Messingschrauben, in deren Kopf Bohrungen angebracht sind, durch die die Saiten geführt werden. Sie sitzen zwischen Wirbel und klingendem Teil der Saite und fixieren die Saite dort in ihrer Lage. Man findet sie nur bei Flügeln und sehr hochwertigen Klavieren.

Aufgewicht
Belastet man eine Taste nach erfolgtem Anschlag mit einem Gewicht von bspw. 25 Gramm, so kehrt sie nicht in ihre Ruhelage zurück; belastet man sie mit etwas weniger, angenommen mit 23 Gramm, so wird die Taste diese 23 Gramm wieder anheben und trotz der Belastung in die Ruhelage zurückkehren. Das Gewicht, bei dem sie dies noch tut, nennt man Aufgewicht. Es ist für die Spielbarkeit außerordentlich wichtig, denn von ihm hängt ab, wie gut eine Mechanik repetiert (s. Repetition).

Ausbleien
Um das Gewicht der Hämmer, die bei den tiefen Tönen schwerer sind als bei den hohen, auszugleichen, werden in die Tasten kleine Bleistöpsel eingesetzt, bei dem zu großen Spielgewicht des Flügels in das vordere Tasten-Ende, bei dem zu geringen des Klaviers in das hintere. Bei der Fertigung wird so die Spielschwere jeder einzelnen Taste durch Ausbleien reguliert.

Auslösung
Kurz bevor der Hammer die Saite berührt, muss er von seinem Antriebsmechanismus freigegeben werden, damit er nicht nur gegen die Saite gedrückt wird, sondern wieder zurückprallen kann: Der Hammer muss \"auslösen\".

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Blindboden
Beim Klavier eine Ecke des Resonanzbodens, die durch eine aufgeleimte Leiste am Schwingen gehindert wird. Man erreicht so ein günstigeres Schwingungsverhalten der Resonanzbodenfläche.

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Cent
bezeichnet in der Akustik die Einheit für Tonhöhen.

Chor
Klaviertöne sind mehrchörig, d.h. für die meisten Töne ist nicht eine einzige Saite, sondern ein ganzer Saitenchor vorhanden, nämlich drei Saiten pro Ton im Diskant, zwei im oberen Bassbereich und nur im unteren Bass je eine Einzelsaite.
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Dämpfer
sind mit Filz garnierte Holzklötzchen, die die Saitenschwingung wieder abdämpfen, wenn man die Taste wieder hochkommen lässt. Das Abdämpfen muss zum richtigen Zeitpunkt geschehen, der durch das Regulieren des Halbgangs bestimmt wird. Ebenso wichtig ist, wann das rechte Pedal die Dämpfung erfasst, und wie genau es alle Dämpfer gleichzeitig anhebt (s. Zappeln).

Dehnungslänge
gibt das Maß an, um das eine Saite gedehnt werden muss, damit ihre Spannung und damit die Tonhöhe um einen bestimmten Wert ansteigt. Die Dehnungslängen von Klaviersaiten sind extrem klein.

Diesis
s. Reine Intervalle.

Didymisches Komma
s. Reine Intervalle.

Differenz-Töne
entstehen durch Interferenz zweier zusammenklingender Töne. Z. B. ergibt der Ton a (220 Hz) mit dem Ton e\' (330 Hz) den Differenz-Ton A (330 Hz - 220 Hz = 110 Hz), der für ein geübtes Ohr deutlich wahrnehmbar ist.

Druckpunkt
Durch die Auslösung entsteht im unteren Drittel der Tastenbewegung zusätzliche Reibung, die als Druckpunkt spürbar wird, bei Flügeln recht deutlich, bei Klavieren kaum.

Duplex-Skala
Bei vielen Flügeln stehen die Längen der toten Saiten-Enden in einem bestimmten Verhältnis zur klingenden Saitenlänge (1/2, 1/4, 1/8 Saitenlänge), so dass sie durch Resonanz zum Mitschwingen angeregt werden und so zur Brillanz des Tones beitragen. Halbe Saitenlänge entspricht dabei der doppelten Frequenz – deswegen die Bezeichnung \"Duplex\".

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Einpauken
ist ein Arbeitsgang, der in der Klavierfabrik von Maschinen erledigt wird, die so etwas wie einen Klavier spielenden Roboter darstellen: Sie spielen die Instrumente ein, so dass sich alle Filze und Leder schon einmal zusammendrücken. Danach wird das Klavier endreguliert, und die Mechanik dürfte sich zu Hause beim Käufer nicht schon in den ersten Monaten wieder verändern.

Elfenbein
war einst der Rohstoff für den Belag der weißen Tasten. Das begann sich zu ändern, als die Elfenbeinpreise zuerst den Bau günstiger Klaviere nicht mehr erlaubten und schließlich auch den Herstellern der großen teuren Konzertflügel zu schaffen machten. Heute ist der Elfenbeinhandel verboten, und man fertigt die Tastaturbeläge aus einem speziell gefertigten Kunststoff.

Ergonomie
scheint manchen Klavierherstellern ein Fremdwort zu sein: Man findet an manchen Instrumenten Spielladen, die so tief sind, dass kein Knie darunter passt; Pedale, die so hoch angebracht sind, dass kein Fuß sie bequem treten kann; Deckelkanten, die den Fingern im Weg sind; Notenpulte, die jede freie Armbewegung behindern; Hocker, die auf drei Beinen kippeln u. a..

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Flügelgrößen
Flügel gibt es in der Länge von ca. 160 cm bis knapp über 300 cm. Für die verschiedenen Größen haben sich verschiedene Bezeichnungen eingebürgert:
- Stutzflügel: unter ca. 180 cm
- Studioflügel: bis ca. 210 cm
- Salonflügel: bis ca. 240 cm
- Konzertflügel: ca. 270 cm und größer
Die Größe entscheidet nicht nur über das Klangvolumen, sondern auch über die Reinheit der Bässe, denn kurze Basssaiten erzeugen immer einen diffusen Klang; bei sehr kurzen Saiten kann der Basston nahezu undefiniert erscheinen und ist nur schwer zu stimmen. Für hochwertige Tonträger-Aufnahmen eignen sich deswegen nur Konzertflügel.

Fußbänke
werden von kleineren Kindern benötigt, deren Beine sonst in der Luft baumeln würden, was eine vernünftige Sitzhaltung erschwert. Es gibt zu diesem Zweck spezielle Bänke, die auch kurzen Kinderbeinen das Pedalspiel ermöglicht.

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Halbgang
benennt die Einstellung der Dämpfer: Wenn die Taste nach dem Anschlag zur Hälfte wieder hochgekommen ist, soll der Ton wieder gedämpft werden. Setzt die Dämpfung später ein, ist schnelles Staccato- und oft auch sauberes Legato-Spiel kaum möglich.

Hammerklavier
Eigentlich ist heute jedes Klavier ein Hammerklavier, doch benutzt man diese Bezeichnung nur noch für historische Instrumente um etwa 1800, auf deren Spiel sich einige Musiker, im Bemühen um Authentizität, spezialisiert haben. Allerdings sind die Originalinstrumente heute nicht mehr brauchbar, so dass auf Nachbauten musiziert wird.

Hammerrolle
ist beim Flügel ein starr mit dem Hammer verbundenes Röllchen aus Leder, Filz und einem Holzkern, an dem der Stößer angreift, um den Hammer anzutreiben.

Hochglanz
Erzeugt wird der Hochglanz, indem auf das Gehäuse Polyester-Masse aufgespritzt wird, die dann abgeschwabbelt und poliert wird. Anderes als schwarzer Hochglanz ist bei Flügeln meist nur gegen Aufpreis zu bekommen, da schwarzer Hochglanz Standard ist und andere Ausführungen hochwertige Furniere voraussetzen.

Hocker
zum Klavierspielen gibt es in vielen Variationen, nicht alle erfüllen ihren Zweck optimal:
- Dreibeinige kippeln;
- manche drehbaren lassen sich nicht arretieren und drehen deswegen bei der ersten schwungvollen Bewegung mit;
- zu weich gepolsterte geben dem Körper zu wenig Halt;
- Sitzmulden verhindern freie Körperbewegungen;
- und viele Hocker lassen sich für erwachsene Spieler nicht tief genug stellen.
Es gilt also, beim Kauf auf diese Dinge zu achten.

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Inharmonizität
ist eine Eigenschaft schwingender Saiten, die bewirkt, dass man Klaviere nicht mit Stimmgeräten stimmen kann. Die Inharmonizität ist bei jedem Klavier anders und verleiht einem Instrument auch seinen Klangcharakter, der bei zu großer Inharmonizität drahtig, bei zu geringer zu weich werden kann. Abhängig ist das von der Gestaltung der Saitenmaße, nämlich dem Verhältnis zwischen Durchmesser, Länge und Spannung der Saite, so dass die richtige Saitenmensurierung bei der Klavierkonstruktion von großer Bedeutung ist.

Intonation
Der Klangcharakter eines Klavier-Tons ist sehr von den Eigenschaften des Hammerfilzes abhängig: Zu weicher Filz macht die Töne dumpf, zu harter lässt sie wie mit Reißzwecken angeschlagen erscheinen. Es muss also dafür gesorgt werden, dass der Hammerfilz das richtige Maß an Elastizität bekommt. Die Kunst des Intonierens besteht darin, dem Ton seine Schärfen und Nebengeräusche zu nehmen, ohne Farbigkeit und Dynamik zu beeinträchtigen, und gleichzeitig Ausgewogenheit in allen Tonlagen zu erreichen, insbesondere dafür zu sorgen, dass einzelne Töne nicht lauter oder leiser sind als ihre Nachbarn.

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Kammerton
Der Ton a\', dessen Frequenz auf 440 Hz festgelegt ist. Ältere Klaviere, die nicht mehr auf Kammertonhöhe stehen, sind meist längere Zeit nicht gestimmt worden. Sie benötigen dann wenigstens zwei, manchmal mehr Stimmungen, bis sie wieder zu gebrauchen sind. Zu geringe Tonhöhe kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass die Stimmung nicht hält, weil die Wirbel nicht mehr fest genug sitzen.

Klavier
Oberbegriff für das aufrecht stehende Klavier und den Flügel verwendet, kann aber auch das aufrechte Klavier im Gegensatz zum Flügel meinen.

Klavierstuhl
s. Hocker

Kleinklavier
Man versteht darunter Klaviere bis zu einer Höhe von etwa 110 cm. Größere Instrumente haben mehr Klangvolumen, sauberere Basstöne und günstigere Hebelverhältnisse des Spielwerks. Entscheidender als die Größe ist sicherlich die Gesamtqualität eines Klaviers.

Konzertflügel
s. Flügelgrößen

Kreuzsaitiger Bezug
Eine Erfindung Steinways: Die Basssaiten überkreuzen die Diskantsaiten. Neben dem Vorteil der Raumersparnis ist dies auch klanglich günstiger, deswegen gibt es geradsaitig bezogene Klaviere schon lange nicht mehr.

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Luftfeuchtigkeit
kann für ein Klavier genauso gut zu niedrig wie zu hoch sein. Optimal ist ein Raumklima, dessen relative Luftfeuchtigkeit bei 45 bis 60 Prozent liegt.

Lyra
ist bei Flügeln die Halterung für die Pedale. Wie die Beine ist sie für den Transport abnehmbar.

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Moderator
Um die Nerven der Nachbarn zu schonen, sind viele Klaviere mit einem zuschaltbaren Moderator ausgestattet: Zwischen Saiten und Hämmer schiebt sich ein Filztuch, das den Anschlag dämpft.

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Nachdruck
ist der letzte Teil des Tastenweges, den die Taste nach Beginn der Auslösung zurücklegt. Er ist nicht nur für die Mechanikfunktion, sondern auch für das Spielgefühl wichtig: Bei zu wenig Nachdruck hat man den Eindruck, auf Gummi zu spielen. Reguliert wird der Nachdruck durch Unterlegen von Papierfleckchen unter das vordere Tasten-Ende, womit eine sehr hohe Genauigkeit dieser Einstellung erreicht wird.

Niederdruckschwere
s. Spielschwere

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Oberdämpfung
Als man begann, immer kleinere Klaviere zu bauen, war man gezwungen, die Dämpfer unterhalb der Hämmer anzuordnen statt, wie vorher üblich, oberhalb.
Da Oberdämpfer, konstruktiv bedingt, schlechter dämpfen, ist Unterdämpfung heute auch bei größeren Instrumenten die Standardbauweise, und Oberdämpfung ist ein sicheres Zeichen dafür, dass das Klavier zu alt ist, um noch als Musikinstrument genutzt werden zu können.

Obertasten
sind die schwarzen Tasten der Klaviatur, Untertasten die weißen. Bei hochwertigen Instrumenten werden die Obertasten aus Ebenholz gefertigt, das sehr hart ist, bei weniger kostspieligen aus Kunststoff.

Obertöne
(auch Teil- oder Partialtöne) – Ein Ton besteht nie nur aus einer einfachen Grundschwingung, sondern aus zahlreichen Oberschwingungen, die als zusätzliche Obertöne hörbar werden.
Klavier-Töne werden mit zunehmender Anschlagsstärke und damit zunehmender Lautstärke obertonreicher. Dies ist durchaus erwünscht, da nur so der Ton modulationsfähig erscheint. Bei zu stark hervortretenden Obertönen wird der Ton allerdings \"klingelnd\" oder zu geräuschvoll. Das richtige Maß zu finden, ist eine Frage der Qualität des Hammerfilzes und sorgfältiger Intonation.

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Partialtöne
s. Obertöne

Pedal
Manche Klaviere haben drei, die meisten zwei Pedale. Doch wenn man von dem Pedal spricht, meint man immer das rechte. Mit ihm wird die Dämpfung aufgehoben, so dass die Töne weiter klingen, auch wenn man die Taste nach dem Anschlag nicht gedrückt hält.

Pianino
Bezeichnung für das Kleinklavier

Platte
ist der Eisenrahmen, der neben der Rast den enormen Saitenzug aufnimmt (je nach Modell und Anzahl der Saiten bis zu 20 Tonnen Zugkraft!). Er besteht aus Grauguss und wird von Gießereien an die Hersteller geliefert, bei traditionsreichen Firmen oft seit Jahrzehnten in derselben Form und Bemaßung, weil an bewährten Klaviermodellen selten noch etwas geändert wird.
Da Guss leicht brechen kann, dürfen Klaviere beim Transport keinen kräftigen Stößen ausgesetzt werden. Eine gebrochene Platte ist kaum reparabel.

Pythagoräisches Komma
s. Reine Intervalle

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Rast
Sie ist das Grundgerüst jedes Klaviers, nämlich eine Balkenkonstruktion, an der Platte, Resonanzboden, Stimmstock und Gehäuse befestigt sind. Die Rast teilt sich mit der Platte die Aufgabe, die Saitenspannung aufzunehmen und so die Stimmhaltung zu stabilisieren.

Regulieren
ist das Einstellen des Spielwerks, z.B. der Spieltiefe, der Auslösung, des Halbgangs, des Nachdrucks u. a.. Für ein optimales Ergebnis sollte eine Mechanik immer systematisch durchreguliert werden. Denn da die verschiedenen Einstellungen ineinander greifen, hat es selten Sinn, nur Teilregulierungen durchzuführen.

‚Regulator’
falsche Bezeichnung für den Moderator.

Reine Intervalle
In unserem chromatischen Tonsystem führen rein gestimmte Intervalle in eine Zwickmühle, da sie nicht genau ineinander aufgehen:
• Drei große Terzen sind etwas kleiner als eine Oktave, die Differenz wird kleine Diesis genannt.
• Vier kleine Terzen sind um die große Diesis größer als eine Oktave.
• Vier Quinten sind um das syntonische Komma (auch didymisches Komma genannt) größer als eine (oktavierte) große Terz.
• Und der Quintenzirkel aus 12 Quinten ergibt mehr als 7 Oktaven (pythagoräisches Komma).
Sollen die Intervalle zueinander passen, darf man sie also nicht rein stimmen. Als Standard dafür hat sich seit etwa Bachs Zeiten die -> Temperierte Stimmung durchgesetzt.

Repetition
Wie gut eine Tastatur repetiert, d.h. in welchem Tempo Tonwiederholungen möglich sind, ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Neben einer genauen Regulierung ist hierfür vor allem das Verhältnis zwischen Spielschwere und Aufgewicht verantwortlich.
Gute Repetition ist Voraussetzung für mühelose Geläufigkeit, die sonst nur schwer entwickelt werden kann. Da bemüht sich dann mancher Übende vergeblich, ohne zu wissen, dass nicht die Trägheit seiner Finger, sondern die Trägheit des Spielwerks ihn hindert und ihm evtl. sogar eine falsche Spieltechnik aufzwingt, die ihm schließlich auch auf besseren Instrumenten zu schaffen macht.

Repetitionsmechanik
s. Auslösung

Resonanzboden
Er ist eine ca. 1 cm dicke Fichtenholzplatte und die Seele des Klaviers. Seine Aufgabe besteht darin, die Saitenschwingung, die selber kaum Luftschall erzeugt, zu verstärken und, ähnlich einer Lautsprechermembran, in Hub umzusetzen. Seine Holzqualität ist klangentscheidend, deshalb werden bei hochwertigen Instrumenten bis zu drei Vierteln des vom Lieferanten kommenden Holzes aussortiert.
Genauso wichtig wie die Holzqualität ist die richtige Konstruktion, insbesondere die Festlegung der Resonanzbodenwölbung. Der Resonanzboden ist nämlich, mit dem Auge schwer erkennbar, leicht gewölbt, u. a. um dem Saitendruck eine gewisse Spannung entgegenzusetzen. Diese Wölbung gibt durch Trockenprozesse des Holzes im Laufe der Jahrzehnte nach, so dass Klaviere schon dadurch eine begrenzte Lebensdauer haben.
Evtl. kann der Resonanzboden nach langer Alterung auch Risse bekommen. Das zu reparieren lohnt in der Regel nur bei hochwertigen Flügeln, da nur bei ihnen die Reparaturkosten noch deutlich unter dem Wert des Instruments bleiben.

Rim
So nennt Steinway die äußere gerundete Gehäusewand seiner Flügel. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Zarge.
Die Besonderheit bei Steinway-Flügeln besteht darin, dass die Rast in die Rim hineingebaut wird, die Rim also zuerst gefertigt wird und nicht nachträglich um die Rast herum wie bei vielen anderen Herstellern. So steht das ganze Instrument unter einer gewissen Spannung, was klanglich Vorteile hat.

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Saitendraht
wird für die blanken, nicht umsponnenen Saiten als Meterware geliefert. Er muss sehr präzise gefertigt sein (in Abstufungen von 0.025 mm), hohe Zugfestigkeit besitzen und soll möglichst nicht rosten. Man sollte es vermeiden, die Saiten mit den Händen zu berühren, da Schweiß aggressiv ist und Oxydation verursachen kann.
Saitendraht verliert im Laufe der Jahre an Elastizität, da er dauerhaft ausreckt, und erleidet an Berührungspunkten im Klavier Verformungen, die sich auf die Sauberkeit des Tons auswirken können. Beansprucht wird er auch durch häufiges Stimmen, so dass Spieler mit sehr hohen Ansprüchen nach vielleicht 15 Jahren ihr Instrument neu besaiten lassen.
Umsponnene Basssaiten müssen einzeln angefertigt werden, da Dicke und Länge der Umspinnung für jedes Klavier und jeden Ton anders sind. Dies wird von spezialisierten Saitenspinnereien nach Maßangaben oder Muster gemacht.

Saitenreiter
Da die Saiten sehr eng beieinander liegen, kann es bei ungenauer Fertigung vorkommen, dass sie sich an dem Ende, das zum Wirbel führt, berühren: sie reiten aufeinander. Das ist ein Fehler, der selbst bei hochwertigsten Instrumenten zu beobachten ist. Die Befürchtung, dass dies zu mangelnder Stimmbarkeit führt, ist in den meisten Fällen unberechtigt, ganz ausschließen kann man es aber nicht.

Salonflügel
s. Flügelgrößen

Schwebungen
sind verantwortlich dafür, dass verstimmte Töne so hässlich klingen. Sie entstehen durch Interferenz, wenn zwei gegeneinander verstimmte Töne zusammenklingen, und sind als periodische Lautstärkeschwankung hörbar, die im schlimmsten Fall als unangenehmes Rattern und Klirren empfunden wird.
Vor allem bei den höchsten und tiefsten Tönen kommt es vor, dass auch einzelne Saiten schweben.

Sostenuto-Pedal
Das mittlere Pedal bewirkt, dass einzelne Töne weiter klingen, nämlich nur die, deren Tasten gedrückt sind, während man das Pedal tritt. Es wirkt darum wie eine dritte Hand: Man kann z.B. einen einzelnen Basston mit dem Sostenuto-Pedal halten und hat dann beide Hände frei, um andere Töne dazuzuspielen, auf die das Sostenuto-Pedal dann nicht mehr wirkt, für die aber durchaus das rechte Pedal ganz normal benutzt werden kann.

Spielschwere
Die meisten Klaviere haben eine Spielschwere, die knapp unter 50 g liegt, d.h. mit diesem Gewicht muss die Taste belastet werden, damit sie sich abwärts bewegt. Gemessen wird dies am vorderen Tasten-Ende bei getretenem rechten Pedal, so dass das Gewicht der Dämpfer hierbei ausgeschaltet ist.

Spieltiefe
ist der Weg, den das vordere Tasten-Ende beim Anschlag hinab geht. Je nach Instrumentengröße (genauer: nach den Hebellängen der Mechanik) beträgt er 9 mm (Kleinklavier) bis 10.5 mm (Konzertflügel). Zu geringe Spieltiefe geht auf Kosten der Dynamik, zu große auf Kosten der Geläufigkeit.

Steighöhe
ist der Weg, den der Hammer von der Ruhestellung bis zur Saitenberührung zurücklegt. Er beträgt knapp 50 mm, so dass die Klaviermechanik bei einer Tastenbewegung von ca. 10 mm ein Übersetzungsverhältnis von etwa 1:5 hat.

Stimmgerät
Stimmgeräte sind Messgeräte für Niedrig-Frequenzen, also für Tonhöhen, und zeigen die Abweichung eines Tones von seinem theoretischen Sollwert in Cent an. Leider lassen sich nur die theoretischen Tonhöhen der temperierten Stimmung berechnen, und nicht die Tonhöhen, die sich unter Berücksichtigung der Inharmonizität ergeben, weil diese bei jedem Klaviermodell und jeder einzelnen Saite anders ist.
Klaviere müssen darum nach Gehör gestimmt werden, und gute professionelle Stimmer benutzen nie ein Stimmgerät. Vorzüglich geeignet sind Stimmgeräte allerdings zum Reproduzieren von Stimmungen, wenn diese nur erst einmal mit dem Ohr ermittelt worden sind.

Stimmhaltung
Wenn ein Instrument schon nach relativ kurzer Zeit wieder verstimmt ist, kann das verschiedene Gründe haben:
• Es war einem deutlichen Klimawechsel ausgesetzt, wie er z.B. bei plötzlich hereinbrechender sommerlicher Schwüle auftreten kann.
• Es wird sehr intensiv genutzt (mehrere Stunden professionellen Übens am Tag).
• Das Instrument ist älter und nicht mehr intakt, die Wirbel sitzen zu locker, oder Stimmstock und Resonanzboden haben sogar Risse.
• Das Instrument ist eigentlich intakt, aber erschwert aufgrund seiner Konstruktion eine hinreichende Stimmtechnik (sehr fester Sitz der Wirbel, hohe Reibungen an den Auflagepunkten der Saiten, evtl. auch ungünstige Auslegung der Saitenmaße u.a.).
• Stimmhaltung kann auch sehr von der Technik des Stimmers abhängen.

Stimmnagel
auch -> Wirbel.

Stimmstock
ist das Brett, in dem die Wirbel festsitzen. Man sieht ihn nicht, da er hinter der Eisenplatte, durch die die Wirbel hindurchragen, montiert ist. Die Wirbel sitzen in ihm wie Nägel in einem Brett, d.h. der Saitenzug wird allein durch Reibung fixiert. Sitzen sie zu locker, hält die Stimmung nicht, sitzen sie zu fest, ist das Instrument schwer zu stimmen.

Stößer oder Stoßzunge
ist das Teil der Klaviermechanik, das den Hammer antreibt. Es ist so gelagert, dass es beiseite drehen kann, um dem Hammer nach dem Anschlag Platz für den Rückprall zu machen (s. Auslösung).
Manche Instrumente haben Stößer aus Plastik statt aus Holz. Das tut der Funktion zwar keinen Abbruch, ist aber in der Regel ein Hinweis darauf, dass das Klavier der untersten Qualitätsstufe angehört.

Stutzflügel
s. Flügelgrößen

Syntonisches Komma
s. Reine Intervalle

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Teiltöne
s. Obertöne

Temperierte Stimmung
Zusammenklänge, die unserem Ohr als rein erscheinen, haben sehr einfache Frequenzverhältnisse. So verhalten sich beispielsweise die Frequenzen zweier Töne, die im Abstand einer Quinte stehen, wie 3:2, im Abstand einer Oktave wie 2:1. Da in unserem Tonsystem 12 Quinten = 7 Oktaven sind, müsste gelten:
(3/2)12 = (2/1)7.
Dass diese Gleichung falsch ist, ist allerdings bereits erkennbar, ohne dass man sie erst ausrechnen müsste, denn die Brüche lassen sich nicht kürzen. Das führt zu der Schlussfolgerung, dass entweder die Quinten oder die Oktaven rein sein können, aber nicht beide zugleich.
Dieses Dilemma löst die temperierte Stimmung, indem es die Quinten geringfügig verkleinert (um ca. 2 Cent), so dass 12 Quinten dann doch in 7 Oktaven passen. Man stimmt also die Quinten unrein und lässt die Oktaven rein. Die geringe Unreinheit der Quinten ist für unser Ohr noch tolerabel und fällt darum nicht auf.
Für den Stimmer bedeutet dies, dass er die Quinten um ein genau definiertes Maß falsch einstimmen muss, was für das Ohr wesentlich schwieriger ist, als rein zu stimmen. Das Temperieren (lat. temperare = mäßigen, ausgleichen) will gelernt sein, deswegen (und aus manchen anderen Gründen) ist es den Klavierspielern nicht vergönnt, ihr Instrument selber zu stimmen.

Transporte
sind immer ein Risiko, aber sofern nichts Unvorhergesehenes passiert, schaden sie einem Instrument nicht. Wenn es dabei keinen Klimaschwankungen ausgesetzt wird, muss noch nicht einmal die Stimmung darunter leiden.
Absolut keinen Einfluss auf die Stimmung darf es haben, wenn ein Klavier bewegt, also z.B. im Raum verschoben wird. Klaviere sind so gebaut (deswegen sind sie so schwer), dass sie in sich völlig stabil sind, denn sonst wären sie gar nicht stimmbar. Ein Klavier, das durch Bewegungen im Raum verstimmt, ist defekt.

Trommeln
nennt man jenen lästigen Fehler, bei dem der Hammer bei einem Anschlag zweimal gegen die Saite prallt. Er tritt meistens bei leisem Spiel auf und sollte eigentlich immer durch fachmännische Regulierung zu beheben sein.

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Übergang
Der Übergang von den blanken zu den umsponnenen Saiten ist klanglich umso kritischer, je kleiner das Instrument ist. Große Flügel müssen erst bei sehr tiefen Tönen zu umsponnenen Saiten übergehen, kleine Klaviere schon in der Tenorlage. Ob der Übergang hörbar ist, ist zum einen von der optimalen Auslegung der Saitenmaße, zum anderen von geschickter Intonation abhängig.
Von Übergangssaiten spricht man, wenn die Umspinnung bereits in der Mittellage beginnt und nicht erst links von der Plattenstrebe, mit der der Bassbereich anfängt.

Umspinnung
Je weniger eine Saite gespannt ist, je länger sie ist und je schwerer sie ist, umso tiefer wird ihr Ton. Die Tonhöhe lässt sich also auf dreierlei Arten beeinflussen. Alle drei reichen jedoch nicht aus, um die tiefen Basstöne zu erzeugen. Z.B. kann man eine Saite nicht beliebig dick machen, denn, wie man sich leicht vorstellen kann, gibt ein zu einem zentimeterdicken Stab entarteter Stahldraht keinen Basston mehr von sich, sondern nur ein metallisches \"Pling\": Die Saite ist zu steif geworden.

Unterdämpfung
s. Oberdämpfung

Untertasten
s. Obertasten

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Verschiebung
Beim Flügel bewirkt das linke Pedal die Verschiebung des ganzen Spielwerks, so dass von drei Saiten eines Tones nur noch zwei angeschlagen werden und zusätzlich von einer weicheren Stelle des Hammerfilzes. Das macht den Ton leiser, weicher und gleichzeitig tragender.
Beim Klavier versucht das linke Pedal dies nachzuahmen, indem es den Hammerschwung mindert, d.h. nicht das Spielwerk wird verschoben, sondern die Hämmer werden etwas näher an die Saiten gebracht, wodurch sie beim Anschlag weniger Schwung haben. Dies erleichtert zwar das Leisespielen, hat aber kaum, wie beim Flügel, einen klanglichen Effekt.

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Wirbel
(auch -> Stimmnagel) nennt man die Stahlstifte, an denen die Saiten aufgewickelt sind. Sie sind etwa 7 mm dick und sitzen in Bohrungen des Stimmstocks, sind also eigentlich nichts weiter als Nägel in einem Brett und werden darum auch einfach Stimmnagel genannt. Durch Drehen des Wirbels wird die Saite mehr oder weniger gespannt und dadurch gestimmt.
Die Wirbel sind in verschiedenen Durchmessern erhältlich, so dass man im Reparaturfall nicht mehr fest genug sitzende Wirbel durch etwas dickere ersetzen kann.

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Zappeln
nennen die Techniker eine Bewegung, die die Dämpfer ausführen, wenn man ihre Funktion durch kleine wackelnde Pedalbewegungen überprüft. Man sieht dabei sehr genau, ob das Pedal einige Dämpfer zu früh oder zu spät anhebt, was differenziertes Pedalspiel und gleichmäßiges Dämpfen erschweren würde.





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Flügel Bechstein 225 Klassik, gebr.

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